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Österreich – die Vorzeigenation?

In einer europaweiten Umfrage hat die PageGroup knapp 12.500 Berufstätige, davon 279 aus Österreich, nach dem Status rund um das Thema Pendeln zum Arbeitsplatz und die damit verbundenen Auswirkungen befragt.

Das Ergebnis? Kurz und knapp: Österreicher sind mehr als zufrieden mit ihrem Weg zur Arbeit und ihrer Wohnsituation.

Unsere Studie unterstützt zudem das bereits bekannte Ergebnis: Wien ist die Stadt mit der höchsten Lebensqualität weltweit. Österreicher sind tendenziell ruhig und entspannt – das zeigt sich vor allem beim Pendeln, unabhängig von dem Ort, an dem sie leben. Sie sind pünktlich und fühlen sich ausgeglichen, wenn sie am Arbeitsplatz ankommen.

Lesen Sie im Folgenden, wie das gesamte Bild für Österreich aussieht und welche Unterschiede sich zwischen Wien und dem Rest des Landes zeigen.

 

Österreicher sind beständig und bleiben ihrem Wohnsitz treu

Nur 17 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich würden für einen besseren Anfahrtsweg zum Arbeitsplatz ihr Zuhause wechseln. Zusammen mit Pendlern aus den Niederlanden (13 %) sind sie damit das Schlusslicht in Europa, wo die Bereitschaft bei durchschnittlich 34 Prozent liegt. Die Zahl ist für Arbeitnehmer, welche außerhalb Wiens leben, nur geringfügig höher. Nicht einmal jeder fünfte würde hier umziehen, um seinen Arbeitsweg zu verbessern.

Was bedeutet das für…

…Österreich und Wien?

Zum einen, dass das Land über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz für private und öffentliche Verkehrsmittel verfügt. Auf der anderen Seite ist festzuhalten, dass sich die Österreicher einfach gut an die bestehende Situation anpassen können.

…Unternehmen?

Es bedeutet, dass die meisten österreichischen Arbeitnehmer sesshaft und zufrieden mit ihrer Wohnsituation sind. Sie fühlen sich ausgeglichen und gut aufgehoben. Für den Fall, dass Arbeitgeber auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind, sollten sie sich daher auf die näheren Regionen fokussieren und den Such-Radius klein halten. Die Tendenz sesshaft zu werden, ist besonders stark in Regionen außerhalb Wiens. Arbeitnehmer dort möchten ein konstantes Zuhause für sich und ihre Familien schaffen. Aber auch in Wien, der Landeshauptstadt, die für ihren internationalen Spirit und multikulturellen Hintergrund bekannt ist, sind Arbeitnehmer nicht bereit, für einen angenehmeren Arbeitsweg umzuziehen.

 

Ruhig, ruhiger, wohnhaft außerhalb von Wien

Beinahe 80 Prozent der österreichischen Pendler fühlen sich ruhig und entspannt, wenn sie am Arbeitsplatz ankommen. Betrachtet man die Pendler außerhalb Wiens, ist der Anteil sogar noch höher mit 84 Prozent. Ein Mehrwert, von dem alle Mitarbeiter und Unternehmen zugleich profitieren. Denn ruhige und gelassene Mitarbeiter strahlen Zufriedenheit und eine positive Stimmung aus, was folglich die Produktivität und Leistung erhöht.

Österreich ist außerdem das pünktlichste Land Europas. Das bedeutet, fast zwei Drittel (65 %) der Arbeitnehmer geben an, niemals zu spät zur Arbeit zu kommen. Damit liegt der kleine Binnenstaat knapp vor seinen Nachbarn Deutschland (63 %) und der Schweiz (61 %). Nur 35 Prozent der Pendler verspäten sich ab und an, die Hälfte von ihnen wegen Stau und Verkehrsproblemen. Trotzdem erreichen zwei von drei Arbeitnehmern ihre Arbeit schon vor 8:30 Uhr am Morgen – interessanterweise diejenigen, welche außerhalb Wiens wohnhaft sind.

Österreich – das Paradebeispiel und die Siegernation. Was können wir aus den Ergebnissen lernen?

Unternehmen ziehen viele Vorteile aus den Ergebnissen: Ruhige, strukturierte und verlässliche Mitarbeiter wirken sich nicht nur positiv auf die Unternehmensleistung aus, sondern auch auf das Wohlbefinden ihrer Kollegen. Menschen, die gut organisiert sind, übernehmen dieses Talent aus ihrem Privatleben häufig in das Berufsleben. Davon profitieren die Kollegen auch untereinander. Vergleicht man die Bruttoinlandsprodukte inner- und außerhalb von Europa, liegt Österreich mit im Spitzenbereich. In den vergangenen Jahren ist das Bruttoinlandsprodukt dort stetig angestiegen und es ist abzusehen, dass sich dieser Trend fortsetzt. Durch die sehr gute Wirtschaftslage hat sich Österreich somit zu einem attraktiven Standort für potentielle Firmengründungen und Etablierung von Niederlassungen entwickelt, was einen Anstieg von Neuanstellungen zur Folge hat.  

 

Pünktlich und entspannt? Wie kommen die Österreicher zur Arbeit?

Die durchschnittliche Pendelzeit liegt in Österreich bei 38 Minuten und damit unter dem europäischen Durchschnitt von 40 Minuten. Sechs von zehn Pendlern fahren gerne mit dem Auto oder dem Motorrad zur Arbeit, was knapp unter dem der Pendler in Deutschland liegt (70 %).

Doch warum nutzen sie private Fahrzeuge?

Für die Hälfte von ihnen steht der Wunsch nach Unabhängigkeit im Vordergrund. Sie möchten sich nicht durch vorgegebene Fahrpläne der ÖVPN einschränken. Die Zahl ist verständlicherweise für Pendler, die außerhalb von Wien leben, mit 79 Prozent signifikant höher, als die der Wiener (45 %).  

Die Wiener Stadtliebhaber hingegen bevorzugen öffentliche Verkehrsmittel. 64 Prozent der Pendler geben an, diese regelmäßig zu nutzen – vor allem, weil sie effizient sind. 94 Prozent der Pendler in der Hauptstadt bewerten die Effizienz des öffentlichen Personennahverkehrs als gut. Im Landesdurchschnitt sieht das Bild nicht viel anders aus. 89 Prozent aller Österreicher teilen diese Meinung. Österreich ist die stärkste „Konkurrenz“ für die Schweiz im Wettkampf darum, die effizienteste Nation Kontinentaleuropas zu sein. Die Österreicher haben einen Weg gefunden, dem Arbeitsweg mit Bus und Bahn trotz Abhängigkeit von Fahrplänen Positives abzugewinnen. Jeder zweite von ihnen beantwortet während der Fahrt geschäftliche E-Mails, führt schon erste Geschäftsgespräche oder vereinbart Geschäftstermine.

Zwar sind Busse und Bahnen tendenziell eher voll, dafür aber günstig, flexibel und schnell – und, wie schon zuvor erwähnt, eine tolle Möglichkeit, die Anfahrtszeit bereits als Arbeitszeit zu nutzen. Diese Vorteile und die Tatsache, dass sich nur einer von vier (25%) Wienern währenddessen gestresst fühlt, könnte dazu führen, dass die Zahl noch weiter steigt. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Stresslevel für die Anfahrt mit Bus und Bahn liegt in Europa bei 38 Prozent.

Unabhängig, ob der Arbeitsweg also mit öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln zurückgelegt wird: Unternehmen können ihre Mitarbeiter motivieren häufiger auf öffentliche Transportmittel zurückzugreifen, indem sie ihnen finanzielle Unterstützung oder ein Ticket zur Verfügung stellen – was automatisch dazu führen könnte, dass das Auto häufiger stehengelassen wird. Und Pendler können sich immer für eine „grünere“ Anfahrt entscheiden und sich zum Beispiel aufs Rad schwingen. Diese Option wird momentan gerade mal von 15 Prozent der Pendler genutzt. Das innovative Fahrradverleihsystem Citybike Wien, das die Nutzung von Fahrrädern gegen eine Jahresgebühr zur Verfügung stellt und sich um die Instandhaltung und Pflege der Räder kümmert ist durchaus eine gelungene Alternative. Aber auch private oder Unternehmensfahrräder können regelmäßig genutzt werden.

Gründe, sich für den grünen Weg zu entscheiden?

Wer zur Arbeit läuft oder das Rad nutzt, tut Gutes für Körper und Geist und erhöht nebenbei seine Work-Life-Balance. On top werden das Portemonnaie und die Umwelt geschont.

Schlussfolgerung: Österreich mag ein überschaubares Land sein, aber die Zusammenarbeit von Unternehmen und Mitarbeitern hinsichtlich der Produktivität und des Wohlbefindens funktioniert ausgezeichnet. Österreicher sind ausgeglichen, unabhängig, zufrieden und entspannt und die Ergebnisse der Studie sollten andere Länder dazu anregen, sich vom kleinen Nachbarn etwas abzuschauen.

 

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