Im Grunde strebt jeder danach, erfolgreich zu sein. Erfolg ist jedoch ein langfristiges Ziel, das wir geschickt planen müssen.  
80 Prozent der Befragten schätzen laut dem Bewerber Index im dritten Quartal 2017 die zukünftige wirtschaftliche Situation in Österreich positiv ein. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das ein Anstieg von 19 Prozentpunkten. Damit sollten die Weichen für einen rosigen Ausblick in die berufliche Zukunft gelegt sein, oder?  
Leider nein. Unsere Karriereplanung hängt nicht immer von uns selbst ab. Wir können uns Etappen und kleinere Ziele vornehmen und uns ein bestimmtes Resultat erhoffen. Das Ergebnis können wir jedoch häufig nicht beeinflussen. Zwei Beispiele aus dem Berufsleben: 

Was ist eine Karriere-Sackgasse? 

Jürgen P. nimmt direkt nach dem Hochschulabschluss einen Job in einem Start-Up an. Das Gehalt liegt weit unter seinen Erwartungen, der Chef lockt jedoch mit interessanten Aufgabenfeldern und Aufstiegschancen. Tatsächlich entwickelt sich Jürgen fachlich weiter und bekommt mehr und mehr Verantwortung in seiner Rolle. Sein Enthusiasmus wird von seinem Chef mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen und regelmäßig gelobt. Die versprochene Beförderung bleibt jedoch aus. Nach einem Jahr wagt Jürgen den Vorstoß und spricht seinen Chef direkt auf seine Beförderung an. Dieser entgegnet ihm, dass er möglicherweise bald befördert wird, jedoch noch einige Projekte zu Ende bringen muss. Die Anzahl der Projekte erhöht sich seither stetig, Jürgens Position in der Firma bleibt jedoch die gleiche. Was ist passiert? Jürgen befindet sich in einer Karriere-Sackgasse. 

Julia K. erging es anders. Sie wurde frisch befördert und hat nun die Teamleitung übernommen. Seither hat die Leidenschaft für ihren Beruf jedoch nachgelassen. Fachliche Diskussionen langweilen sie, die Kollegen, die sie früher als Inspirationsquelle ansah, scheinen ihr entfremdet. Ihr früherer Chef kündigte, er fühlte sich in seinem Aufgabenfeld zu sehr eingeschränkt. Julia K. genießt nun die neue Verantwortung, aber merkt zunehmend, dass sie eigentlich nur ihr Ehrgeiz, nicht ihre Interessen zu dem Job in die Chefetage getrieben haben. Ihre Kollegen, nun Mitarbeiter, merken diese Frustration und schwächeln ebenfalls in ihrer Leistung. Auch Julia K. befindet sich in einer Karriere-Sackgasse.

Jobwechsel? Die Qual der Wahl

Jürgen P. und Julia K. haben nun die Wahl: Wollen sie stagnieren oder neue Wege beschreiten? „Viele Arbeitnehmer haben Angst vor der beruflichen Veränderung, weil sie dann das Gefühl haben, dass sie gescheitert sind“, erklärt Christoph Trauttenberg, Direktor von Michael Page in Österreich. „Anstatt die vorhandene Energie dazu einzusetzen, etwas an ihrer Situation zu ändern, investieren sie Zeit und Mühe in eine Sache, die schon längst aussichtslos ist. Ein Fehler, der ihnen kostbare Jahre ihrer Karriere kosten kann.“ Wie erkennen Sie  rechtzeitig, ob Ihre Karriere festgefahren ist? 

Wir haben 5 Praxistipps für Sie, die Ihnen dabei helfen zu erkennen, ob die Zeit reif für einen beruflichen Neubeginn ist.

1. Der Job macht Ihnen keinen Spaß mehr

Alle erfolgreichen Menschen haben etwas gemeinsam. Sie lieben was sie tun. Wenn ihnen der Job keine Freude macht, werden sie früher oder später das Handtuch werfen. Das muss nicht sofort sein. Im Falle von Julia K. entwickelte sich dieser Überdruss erst nach der Beförderung. Grund dafür ist, dass Julia zwar immer wusste was sie wollte, jedoch nicht warum. Dieses „Warum“ ist der ausschlaggebende Punkt. Es sollte immer mit: „Weil es mir Spaß macht bzw. meinen Interessen entspricht“ beantwortet werden. Andernfalls sind sie früher oder später in einer Karriere-Sackgasse.

2. Sie arbeiten viel und werden nicht befördert

Jürgen P. hat seine Leidenschaft bereits gefunden. Sein Job macht ihm Spaß und er möchte sich verwirklichen. Die Beförderung bleibt jedoch aus. Warum? Jürgen P. wird in seiner jetzigen Position gebraucht und bringt dem Chef gute Resultate. Die Firma benötigt keinen zweiten Teamleiter und möchte auch nicht, dass sich Jürgen P. womöglich auf den Lorbeeren des Erfolgs ausruht. Ihm werden Anreize in Aussicht gestellt, jedoch ohne Belohnung. Sie finden sich in der Situation von Jürgen P. wieder? Dann sollten Sie sich einen Job suchen, der sich auch wirklich für Sie lohnt. 

3. Sie beobachten, dass ihre Vorgesetzten/Kollegen kündigen

Eine Kündigung kann viele Gründe haben. Voreilige Schlüsse zu ziehen ist deshalb nicht ratsam, dennoch sollten Sie sich über die aktuelle Situation informieren. Julia K.s Chef kündigte, nun muss sie feststellen, dass sie in ihrer Position festgefahren ist. Ihre Kollegen beschweren sich über ihr Arbeitsumfeld und den ausbleibenden Erfolg der Firma, der sie in ihrem Werdegang behindert. Nun liegt es an ihnen zu entscheiden, mit aller Kraft das sinkende Schiff an Land zu hieven – oder doch lieber auch zu gehen. Ein negatives Arbeitsumfeld, in dem Sie sich nicht an dem Erfolg des Unternehmens beteiligen können, blockiert Sie und Ihren Werdegang. 

4. Ihre Aufgaben verändern sich nicht und Sie sind unterfordert

Gerne werden Stellen mit niedrigem Anforderungsprofil an gut qualifizierte Bewerber vergeben. Die Firma generiert Mehrwert, Sie hingegen Langeweile. Es kommt durchaus vor, dass sich Ihr Aufgabenbereich stetig entwickelt und Sie sich „hinaufarbeiten“ müssen. Falls Sie jedoch ein und derselben Tätigkeit über mehrere Monate hinweg nachgehen, kann das zwei Gründe haben. Entweder Sie machen ihren Job nicht gut genug oder Ihr Job beinhaltet nun mal nicht mehr als die aktuelle Tätigkeit. In beiden Fällen sollten Sie sich schleunigst nach etwas anderem umsehen. 

5. Sie verstehen sich nicht mit Ihrem Chef/Kollegen

Sie verbringen ca. 80 Prozent ihrer Woche in der Arbeit. Eine spannende Tätigkeit ist eine intellektuelle Bereicherung, jedoch ist der Mensch als soziales Wesen auch abhängig von seiner Umwelt. Der Zusammenhalt in einem beruflichen Team wird durch die gleichen Interessen, das gleiche Zugehörigkeitsgefühl zur Firma und die gemeinsamen Ziele definiert. Falls Sie eine dieser Faktoren nicht mit Ihrem Chef oder Kollegen teilen, fühlen Sie sich nie zu 100 Prozent bestätigt. Diese Bestätigung ist jedoch notwendig für den beruflichen Aufstieg. In diesem Fall sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich mit der Arbeit oder den Werten identifizieren können oder ob Sie nicht woanders glücklicher und erfolgreicher wären.

Sie finden sich in diesem Artikel wieder? Dann wagen Sie den Schritt in die neue berufliche Herausforderung.

Michael Page hilft Ihnen gerne bei der Jobvermittlung weiter. Erkundigen Sie sich in unserem Jobportal nach aktuellen Stellen und kontaktieren Sie uns! 

Summary

Sie fragen sich, ob Sie mit Ihrem derzeitigen Job überhaupt zufrieden sind? Die Warnzeichen sind manchmal nicht so einfach zu deuten. Unsere 5 Tipps helfen Ihnen dabei zu erkennen, ob die Zeit reif für einen beruflichen Neubeginn ist.